Juni 25, 2022

DFB perfektioniert Video-Beweis

Nachdem die Panik im Hause des DFB groß war, mit der Einführung des Video-Beweises die Kontrolle über die Spielergebnisse zu verlieren, hat man das System inzwischen perfektioniert. Jetzt kann per Video sogar ein Vergehen geahndet werden, dass es nie gegeben und dass keiner im Stadion bemerkt hat. Wie an diesem Wochenende wieder. Dortmund wird kontinuierlich benachteiligt und auch für Leverkusen scheint die Zeit der Video-Geschenke vorbei.

Das, was da in der Bundesliga entschieden wird, kann auch der dümmste Schiedsrichter alleine gar nicht pfeifen. Natürlich ist es auf dem Papier nicht clever, wenn man Leute in der höchsten Spielklasse pfeifen lässt, die selber nie Fußball gespielt haben. Bei genauerer Betrachtung spielt das für den DFB aber auch keine Rolle. Gesucht sind vielmehr Typen, die sich gerne vor Publikum profilieren müssen, gegen unmittelbare Kritik immun sind und per Funk jede Anweisung ausführen, sei sie auch noch so dämlich.
Die Forderung von Didi Hamann, man müsste den Funkverkehr zwischen Video-Keller in Köln und Schiedsrichter öffentlich machen, stößt natürlich beim DFB auf stärksten Widerstand. Dann würden ja alle Manipulationen bekannt werden.

Und selbst wenn der DFB mal keine Vorgabe zum Spielausgang gemacht hat, bleiben immer noch die Pfeifen- und Kellermänner, die nach Lust und Laune auf die eigenen Entscheidungen wetten lassen können. Ein tolles System. Bei Sky werben bis zu fünf verschiedene Wettspiel-Plattformen. Was hat das bitte alles noch mit ehrlichem Fußball zu tun?

Erst wer dem System nicht mehr angehört, formuliert schon mal einen ehrlichen Kommentar:
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Der Video-Beweis gehört als Instrument in die Hände der Mannschaften. Wenn allein die Gruppe der Schiedsrichter darüber entscheidet, wann und wie der einzusetzen ist, bleibt es bei dem, was der Video-Beweis beenden sollte: Spielmanipulationen von Außen.

Jede Mannschaft sollte pro Halbzeit zweimal den Video-Beweis fordern dürfen. Liegt man als Mannschaft falsch und es gab keine Fehlentscheidung, reduziert sich das Kontingent um diesen einen Aufruf. Liegt man aber als Mannschaft richtig und der Video-Beweis hat ein Fehlurteil des Schiedsrichters aufgedeckt, bleibt es bei den zwei weiteren Aufrufen des Videobeweises je Halbzeit.

Jeder Zwischenfall wird vom Schiedsrichter vor Ort am Monitor bewertet. Dabei sind die Trainer beider Mannschaften anwesend. Die Hinweise aus Köln werden über Lautsprecher im Stadion übertragen. Im Anschluss daran verkündet der Schiedsrichter allen Zuschauern die Entscheidung und seine Begründung dazu.

Eine solche Regelung verhindert den inflationären Einsatz des Video-Beweises, sollte aber jede Mannschaft in ausreichendem Maße vor Manipulationen durch das Schiedsrichter-Gespann und dem DFB schützen.