August 2, 2021

Der instrumentalisierte Lesch

Panik? „Das kann ich auch!“, sagte sich wahrscheinlich Harald Lesch, seines Zeichens Chefwissenschaftler beim ZDF. Vielleicht wurde er auch aufgefordert, in den medialen Kanon mit einzustimmen. Immerhin hat er sich über die Jahre einen tadellosen Ruf als Wissenschaftler erarbeitet, der auch einmal unbequeme Wahrheiten sagt und komplizierte Dinge auch einfach erklären kann. Offensichtlich ist er nicht auf jedem Gebiet Fachmann.

Das wissenschaftlich erbärmlichste Video, das man je von dem Lesch gesehen hat, läuft seit dem 20. Januar 2021 bei YouTube. Über eine halbe Million haben sich das Impf-Statement von dem Mann angeschaut, der gerne die alten gelben Pullis von Hans-Dietrich Genscher aufträgt. Mit voller Inbrunst verkauft er die Impfung als die größte Entdeckungen der Medizingeschichte überhaupt. Zur Einstimmung wird mal richtig aufgetischt, hier stichpunktartig aufgelistet:

– Menschheit befindet sich im Krieg
– unsichtbarer Gegner
– ein Gegner, der 2 Millionen von uns getötet hat
– und über 90 Millionen von uns infiziert
– Dunkelziffer unbekannt

Fieber, Husten, Geschmacksverlust ist der leichte Verlauf. Lungenentzündung, Herzinfarkt und Tod das ist der schwere Verlauf. Gruseliger hätte man es kaum darstellen können. Glückwunsch. Der leichte Verlauf zeigt aber gar keine Symptome, bestenfalls etwas Husten und Schnupfen. Die Lungenentzündung gibt es zumeist als Folge der Bemühungen auf einer Intensivstation und den Herzinfarkt gibt es aufgrund des allgemein schlechten Gesundheitszustands weniger Betroffener, bei denen das Virus zu einer Verschlechterung beiträgt, aber niemals todesursächlich ist. Das weiß man nicht erst seit den Obduktionen durch Dr. Püschel in Hamburg.

Aber der panische Beitrag geht noch weiter: „Und selbst die, die als geheilt entlassen werden, haben mit chronischen Gelenkschmerzen, Muskelschwäche, Angststörungen, Depressionen, Nierenversagen und vielen anderen Folgen zu tun, die noch lange Zeit anhalten.“ Toll auch wie er diesen Satz in alter Märchenonkelmanier betont.

Gegen diesen Feind gibt es nur eine einzige Möglichkeit sich zu schützen, nämlich indem man sich impfen lässt. Man muss nur das eigene Immunsystem aktivieren. „Es geht darum den Körper dazu zu bringen, dass er sich selbst hilft.“ Ein gesundes Immunsystem muss man aber nicht aktivieren, denn das wird von allein tätig. Ein inaktives, geschwächtes Immunsystem wird auch die Impfung nicht fit machen. Die Wirkung der Impfung ist daher bei Risikopatienten sehr in Frage gestellt. Daher geht man aktuell davon aus, dass eine Impfung zumindest den Krankheitsverlauf abmildert. Zumindest wird von guten informierten Kreisen kaum mehr in Aussicht gestellt.

„Hilfe zur Selbsthilfe, weil dann nämlich genau die Hilfe eintrifft, am richtigen Ort, wo sie hingehört“, erklärt Lesch dann weiter. Wie soll man denn den Käse verstehen? Bisher erfolgt die Impfung durch Spritzen in eine Muskelzelle. Symptome treten aber regelmäßig zunächst im Bereich der Atemwege auf. Nach Schlaumeier Lesch müsste demnach in die Lunge geimpft werden, denn da greift das Virus immer zuerst an. Zum Glück geschieht das nicht.

Zumindest hat Lesch erkannt, dass man mit der Impfung keine Infektion vermeiden kann. Das Eindringen über Nase oder Mund kann eine Impfung nicht verhindern. Trotzdem soll man sich wegen der angeblich ansteckenderen Virus-Mutanten Alpha bis Delta unbedingt Impfen lassen. Das ist schon eine widersprüchliche Darstellung.

Mit einer Impfung kann man z.B. eine leichte Variante einer Erkrankung simulieren, damit das Immunsystem trainiert wird. Man behandelt also jemand mit einer abgeschwächten Version der eigentlichen Erkrankung. Das ist die exakte Beschreibung der Homöopathie. Dagegen hat Widerspruchsmeister Lesch aber in der Vergangenheit zur Freude alle Naturheilkundler auf das Heftigste gewettert. Homöopathen mit Nazis gleichzusetzen ist jetzt keine wohlfeile Kritik, sondern die gleiche Holzhammer-Methode, die er jetzt für das Impfen einsetzt.

Auf die Frage in einem Interview bei t-online.de „für wie gefährlich halten Sie denn diesen Mix aus Homöopathen und Nazis?“, antwortete Lesch: „Sehr gefährlich, denn beide Lager leben in einer Scheinwelt.“

Und auf die Frage „halten Sie Homöopathie auch im Allgemeinen für gefährlich?“, antwortet Lesch: „Ja, absolut. Wenn jemand zum Beispiel ein Herzproblem hat und er ginge damit zum Heilpraktiker, dann ist das gefährlich.“ Einen Beleg für diese Behauptung führt er nicht an. Zudem ist ihm offensichtlich der Unterschied zwischen Homöopathen und Heilpraktikern nicht bewusst. (Quelle: naturheilpraxis.de)

„Es gibt interessanterweise keine homöopathischen Notfallwagen oder eine Notaufnahme an der nächsten Homöopathie-Apotheke. Wenn auf der Straße ein Unfall passiert und ein Mensch blutend unter einem Auto liegt, holt niemand einen Homöopathen.“ (Quelle: t-online.de)

Granatenstarkes Argument. Bei einem blutend unter einem Auto liegenden Menschen würde man aber auch keinen Hautarzt, Logopäden oder Psychiater holen. Letztgenannter könnte aber vielleicht Herrn Lesch helfen, sein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Als „Astrophysiker“ sich als Allwissender in allen Wissenschaftsdisziplinen zu sehen, ist eventuell pathologisch.

Bevor man ein solche Video aufnimmt, sollte man als gewissenhafter Wissenschaftler die Recherche als Mittel einsetzen. Hintergrundinformationen haben noch nie jemanden geschadet. Dann wäre er vielleicht auch von selber auf die Frage gestoßen, warum  Impfstoffe normalerweise einen Prüfungsprozess von im Schnitt 12,5 Jahren durchlaufen? Viele Fachleute haben sich bereits zu möglichen Risiken der neuen Impfstoffe geäußert, bzw. Fragen dazu gestellt. Schnell wurden diese darauf vom RKI oder den Medien diskreditiert. Aber auf welchen wissenschaftlichen Daten beruht denn die Auffassung,  dass ausgerechnet von dieser Impfung keine Gefahr ausgeht? Beim Impfstoff von AstraZeneca gab es ja sehr schnell zahlreiche Komplikationen und sogar Tote. Auch bei BionTech kam es zu Impfopfern, aber im Gegensatz zu AstraZeneca wurde hier die Impfung damit nicht ausgesetzt. Das Warum wäre jetzt die geeignete Fragestellung für einen sonst so engagierten Allwissenden, wie Herrn Lesch.

Um die Bevölkerung vor einem Virus zu schützen, sollte nicht die Pharmaindustrie reich gemacht werden. Der Erfolg von Impfungen kann mit den realen Fallzahlen ohnehin nicht bewiesen werden (https://www.youtube.com/embed/pVxGyEMmj38). Sinnvoller wäre es, für eine gesündere Ernährung zu sorgen. Verbot von den meisten Pestiziden in der Landwirtschaft, Reduzierung der Massentierhaltung und des Einsatzes von Antibiotika, Verbot von Geschmacksverstärkern, künstlichen Aroma, unsinnigen Konservierungsstoffen und schließlich Reduzierung von Salz, Zucker und ungesunden Fetten. Wenn das Immunsystem nicht länger durch fragwürdige Inhaltsstoffe in den normalen Lebensmitteln geschwächt würde, gebe es keine Probleme mit den meisten Viren.

Weil aber Politik und Wissenschaft durch massive Lobbyarbeit durch Pharma- und Lebensmittelindustrie „verblendet“ werden, können wir lange darauf warten, dass sich etwas ändert. Es bräuchte Wissenschaftler, die mit Fakten und Sachverstand sich gegen diese Lobbyarbeit stemmen, um nicht zu den profitabelsten, sondern tatsächlich zu den besten Lösungen zu kommen. Leider hat sich Herr Lesch mit diesem Video aus dem Kreis der seriösen Wissenschaftler verabschiedet.