Februar 1, 2023

Vierte Spritze? Sicher nicht!

Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer, es wird kühler und die Infektionszahlen schnellen wieder in die Höhe.  Der im Sommer fast in Vergessenheit geratene Karl Lauterbach scharrt schon mit den Hufen, die verloren gegangen Talk-Show-Präsenz alsbald zurückzuerobern. Nach sieben Monaten mediale Ablenkung durch den Ukraine-Konflikt wird sich aktuell mancher fragen, wie der aktuelle Stand an der Corona-Front ist?

Während sich im vergangenen Sommer das Leben weitestgehend normalisiert hat und von Pandemie kaum etwas zu spüren war, lagen die Inzidenzwerte während der gesamten Zeit jeden Tag deutlich höher als in den ersten eineinhalb Jahren der Pandemie. Wir liegen aktuell bei einer 7-Tage-Inzidenz von 294. Diesen Wert erreichten wir in Deutschland erstmalig im November 2021. Davor war er immer sogar deutlich niedriger. Das hat die Politik aber nicht davon abgehalten, extreme Maßnahme durchzusetzen. Maskenpflicht, Schließungen großer Teile des Einzelhandels, sowie aller Restaurants und kultureller Einrichtungen. In Großstädten waren auch Ausgangssperren nach 21 Uhr sehr beliebt.

Nachdem wir mit Inzidenzen  zwischen 300 und 725 problemlos durch den Sommer gekommen sind, darf an dieser Stelle schon noch einmal gefragt werden, ob die Maßnahmen nicht vielleicht doch etwas überzogen waren. Unzählige Restaurants und Geschäfte mussten dadurch ihren betrieb aufgeben. Hunderttausende Mitarbeiter mussten sich neue Jobs suchen und fehlten in diesem Jahr, als zum Beispiel Restaurants wieder normal öffnen konnten. Es fehlte das Personal, um alle Tische zu bedienen. Nach Monaten der Entbehrung der nächste Schlag für die Gastronomie. Wohin all diese Arbeitskräfte abgewandert sind, bleibt derweil ein Mysterium. In die Arbeitslosenstatistik sind sie jedenfalls nicht gewandert.

Die Maske kehrt zurück

Sicher werden Herbst und Winter wieder das Tragen von Atemmasken zur Pflicht machen. Ganz sicher in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einrichtungen. Sehr wahrscheinlich auch im Einzelhandel. Es gibt zwar bis heute keine Studie, die dem Tragen von Masken einen signifikanten Positiveffekt auf das Infektionsgeschehen bescheinigen, aber unterm Strich, ist das kurzfristige Tragen einer Maske eine Last, die fast jeder Bürger gerne auf sich nimmt, wenn weitere Lockdowns damit verhindert werden.

Inwieweit es wieder zu Reisebeschränkungen kommt, wird man sehen. Im Großen und Ganzen sollen aber weitere Einschränkungen der Wirtschaft und des Handels vermieden werden. Da wirkt sich der Ukraine-Konflikt bereits als schwerwiegend genug aus.

Casus Knacktus Impfung

Die von der Politik favorisierte Impfpflicht wurde aufgrund der Fraktionsuneinigkeit zum Glück politisch nicht durchgesetzt. Im Kopf einiger Politiker ist sie aber immer noch präsent. Dummheit ist ja nicht heilbar. Sollte es wieder zu extremen Überlastungen im Gesundheitswesen kommen, wird das Thema sicher neu aufgerollt. Das Problem: Die Intensivstationen sind in jedem Winter überlastet, waren es auch vor Corona schon.

In der Bevölkerung hat sich die Einstellung zur Impfpflicht in jedem Fall bereits deutlich gewandelt. Aktuell sprechen ich die meisten Menschen gegen eine Impfpflicht aus. Das war vor einem Jahr noch anders.

Vielleicht macht man sich ja in der Politik doch noch einmal daran, einen Kassensturz bei der Impfung zu betreiben. Was hat die Impfungskampagne bisher gebracht und was ist in der Zukunft zu erwarten? Hier ein Blick darauf, wie so eine Bewertung aussehen könnte:

Kassensturz zur Corona-Impfung

Für einen guten Kassensturz benötigt man verlässliche Daten. Die wurden in Deutschland offenbar aus gutem pharmafreundlichen Grund stets verhindert bzw. auf ein Minimum reduziert. Die Datenlage ist in Israel und Großbritannien besser, weshalb hier auch deren Daten zur Bewertung herangezogen werden. Als Maß bei der Beurteilung einer Pandemie gilt die Übersterblichkeit, d.h. die Zahl an Todesfällen, die über das zu erwartende durchschnittliche Maß hinausgehen. Die Zahl der vermuteten Grippeopfer wurde über die Jahre so ermittelt, um das Ausmaß einer Grippewelle zu bestimmen. Grippetote werden als solche nur schwer identifiziert und zudem gibt es keine Kategorie, um Opfer einer Influzenza zu melden. Bei Corona hat man jeden, der zum Zeitpunkt seines Todes einen bis zu 28 Tage alten positiven Test aufgewiesen hat, zum Corona-Opfer erklärt, auch wenn darunter Verkehrstote und Herzinfarkte zu registrieren waren. Es macht also Sinn, die Übersterblichkeit über alle Todesarten und -fälle zu ermitteln.  Dabei werden die Zahlen für die Dauer der Pandemie ins Verhältnis zum Mittelwert des Zeitraums von 2015 bis 2019 gesetzt. Für Israel sieht die Kurve der Übersterblichkeit wie folgt aus:

Der Kurve kann man nicht entnehmen, dass die Impfkampagne einen positiven Effekt auf die Übersterblichkeit gehabt hat. Die höchste Übersterblichkeit wurde im Frühjahr 2022 registriert, zu einem Zeitpunkt als bereits dreiviertel der Bevölkerung wenigstens zweimal geimpft waren. Israel war beim Impfen bekanntlich schneller als die meisten anderen Länder. Bei der Kurve für Deutschland gilt ebenfalls, dass sich ein positiver Impfeffekt auf die Übersterblichkeit nicht zu erkennen ist. Der Beginn der Impfkampagne ist an der Kurve nicht erkennbar.

Wenn man die einzelnen Virusvarianten und Impfphasen einzeichnet, ergibt sich ein interessantes Bild:

Die höchste Übersterblichkeit verzeichnet Deutschland zur Zeit von Delta und nach dem Beginn der Impfung von Risikogruppen. Im Verlauf der allgemeinen Impfkampagne lag die Übersterblichkeit auf dem Niveau zum Zeitpunkt der Wuhan-Variante ohne Impfstoffe. Eine überraschend hohe Spitze der Übersterblichkeit gab es dann nach einem milden Corona-Sommer 2021, der Übernahme des Infektionsgeschehens durch Omikron und dem Start der Booster-Impfungen.

Wie in jedem Jahr sinkt die Übersterblichkeit zum Ende des Winters und zu Beginn des Frühjahrs. Nach all den Impfungen allerdings etwas weniger stark als in den ersten beiden Pandemiejahren. Gegen Ende des Sommers 2022 übersteigt die Kurve der Übersterblichkeit das Höchstmaß der letzten Jahre um ca. 5 Prozent.

Man darf nicht vergessen, dass es zu dieser „Sommer-Todeswelle“ gekommen ist, obwohl die Impfquote bei den Risikogruppen mit den höchsten Sterbeberaten mittlerweile bei über 90 Prozent liegt. Der Sommer war zwar trocken und warm, die große länger anhaltende Hitzewelle blieb in diesem Jahr aber aus. Daher kann diese Spitze also nicht kommen.

Das britische Gesundheitsministerium hat interessante Zahlen veröffentlicht (Quelle: ons.gov.uk). Dabei wurde die Gesamtzahl der Todesfälle im Land nach dem Impfstatus differenziert.

Deutlich wird, dass es die meisten Todesfälle in der Gruppe der zweifach geimpften Menschen gibt, deren Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt. Wer alle diese Charts mit einem Kommentar hören wollen, der gehe bitte zu diesem Video: https://rumble.com/v1ks4h5-die-update-booster-teil-3-real-life-vs.-muse.html