Februar 22, 2024

Corona-Behandlung: Erste Ansätze in Sicht

Von vielen Medizinern hatte es erst vor wenigen Wochen ernüchternde Stimmen zur Medikamentensuche gegeben. Mittlerweile wurden mehr als 400 unterschiedliche Substanzen auf ihre Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 untersucht. „Bei fast allen Studien habe es aber negative Ergebnisse gegeben“, sagte Stefan Kluge, Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek glaubt nicht an eine Wunderpille gegen COVID-19. Dennoch will das Ministerium für die Medikamentenforschung ca. 50 Millionen Euro ausgeben, nachdem ein Expertengremium für mehrere Projekte Empfehlungen ausgesprochen hatte.

Zum Vergleich: Biontech erhielt vom Bund 375 Millionen Euro Fördergelder zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Curevac sollte 252 Millionen Euro bekommen. (Quelle: Focus) Um die Erforschung von Corona-Impfstoffen zu beschleunigen, hat der Fördertopf eine Größe von insgesamt 750 Millionen Euro. Dagegen wirken die 50 Millionen für Medikamente ziemlich mickrig.

Grundsätzlich erheben immer mehr Ärzte schwere Vorwürfe, dass auf die Möglichkeit der Covid-19-Behandlung viel zu wenig Aufmerksamkeit gelenkt wurde. Im Gegensatz zu Impfstoffen erhielten Medikamente und Medikament-Kombinationen keine schnelle Freigabe für die Behandlung.

Zu spät, zu zögerlich: Deutschland verpennt die Medikamenten-Entwicklung

„Selbst bei einer hohen Impfrate müssen wir leider damit rechnen, dass Menschen weiter an Covid-19 erkranken“, glaubt die Ministerin Karliczek .  Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fügte hinzu, dass das Impfen der Pandemie ihren Schrecken nehme, wirkungsvolle Therapien könnten dies für die Erkrankung leisten. Schöne Worte, aber steckt auch etwas dahinter?

„In Bezug auf die Medikamentenentwicklung sei die Bundesregierung zu zögerlich gewesen“, sagt die Virologin und Leopoldina-Mitglied Helga Rübsamen-Schaeff zu t-online. „Zu Beginn der Pandemie hat sich Deutschland sehr stark auf die Impfstoffe konzentriert, und die Medikamentenentwicklung nicht richtig vorangetrieben.“

„Im Falle von unserem Wirkstoffprogramm COR-101 hätte eine frühzeitige Förderung der ersten klinischen Studien mehrere Monate einsparen können“, sagte Schirrmann- „Wir hätten Ende Dezember theoretisch in die Klinik gehen können, aber unsere Ressourcen erlaubten uns keine Durchfinanzierung der klinischen Studie.“ Aber vielleicht dachten auch einige, das Medikament ist der Tod der Impfung. Insofern war die Drosselung der Entwicklungsgeschwindigkeit ein cleverer Schachzug. Mit Impfungen lässt sich vortrefflich Geld verdienen, denn eine Impfung bekommt jeder, ein Medikament nur derjenige, der auch tatsächlich schwerer erkrankt ist.

Rolf Hilgenfeld, Corona-Forscher von der Uni Lübeck, meint dazu: „Die Medikamente, die wir jetzt entwerfen, werden nicht nur gegen SARS-CoV-2 und seine Mutanten wirken, sondern auch gegen andere Coronaviren.“ Das sei der entscheidende Vorteil von Corona-Medikamenten gegenüber Impfstoffen. Darum hätte die Forschung zu antiviralen Medikamenten seiner Meinung nach bereits vor der gegenwärtigen Pandemie weit mehr gefördert werden müssen – spätestens seit der SARS-Corona-Krise 2003. Hätte-Hätte-Fahrradkette würde SPD-Mann Steinbrück jetzt sagen.

Trotzdem gibt es mittlerweile zahlreiche vielversprechende Ansätze auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung im Kampf gegen Covid-19. Hier ein weltweiter kleiner Überblick ohne Anspruch der Vollständigkeit.

 

Was alles funktionieren könnte

Neben der Entwicklung täglicher, paniktauglicher Meldungen, steht das RKI aber auch für die Vermittlung seriöser Informationen. Die muss man mit der Lupe suchen und sind natürlich nicht Tagesschau tauglich, aber es gibt sie. Zum Beispiel diese Auflistung von Beispielen medikamentöser Therapien bei Covid-19 inkl. Bewertung die Fachgruppe COVRIIN am RKI (COVRIIN@rki.de):

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/COVRIIN_Dok/Therapieuebersicht.pdf

Meldungen über vielversprechende Therapien bzw. Schutzmaßnahmen auf unterschiedlichen medizinischen Portalen:

COR-101: Neues Medikament neutralisiert schwere Verläufe

03.August 2021: Schon seit Beginn der Pandemie werden Antikörper auch in der COVID-19-Therapie eingesetzt. Allerdings sind diese zurzeit nur für die ambulante Behandlung von leichten bis mittleren Verläufen zugelassen. Deren Wirksamkeit gegen die Mutationen mit schweren Verläufen (wie z.B. die Delta-Variante), wer bislang nicht sehr hoch. Doch Forscher der TU Braunschweig, des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und der Biotech-Firma YUMAB GmbH entwickelten gerade einen neuen Antikörper, der die Lücke, die bisherige Medikamente gelassen haben, schließen soll: COR-101 ist speziell für die Behandlung hospitalisierter COVID-19-Patienten gedacht. Somit bietet es gerade bei schweren Verläufen eine gute therapeutische Behandlungsoption. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden kürzlich im Fachmagazin “Cell Reports“.

Der Wirkstoff ist ein durch biotechnologische Methoden hergestellter Antikörper, wie ihn der Körper normalerweise selbst nach einer Infektion oder Impfung bildet. Er blockiere auf der Oberfläche des Virus mit sehr hoher Bindungsstärke genau jene Stelle, welche das Virus zum Andocken an menschliche Zellen benötige.

Der Unterschied zu anderen Antikörpern ist, dass bei COR-101 keine überschießenden Immunantworten ausgelöst werden, die z.B. zur Schädigung der Lunge beitragen. Möglich sei das durch das Ausschalten der entsprechenden Signalstellen im Molekül, wodurch auch Patienten mit  fortgeschrittene Erkrankungen behandelt werden können.

Für die Entwicklung des Medikaments untersuchten die Wissenschaftler zunächst das Blut von genesenen COVID-19-Patienten. So konnten sie fast 200 unterschiedliche Antikörper gegen die Hülle des Coronavirus, das Spike-Protein, isolieren. Davon identifizierten sie wiederum 30 Antikörper, die SARS-CoV-2 effizient am Eindringen in Zellen hindern, wovon sich COR-101 am wirksamsten erwies.  (Quelle: https://healthnewsnet.de)

 

Genschere stoppt Virus-Replikation

14. Juli 2021: Wissenschaftler des australischen Peter Doherty Institute for Infection and Immunity (Doherty Institute) und des Peter MacCallum Cancer Centre in Melbourne haben einen Weg gefunden, die Vermehrung des SARS-CoV-2-Virus in infizierten menschlichen Zellen aufzuhalten. Die Entdeckung beruht auf Forschungen aus dem Jahr 2019, wonach man mithilfe eines CRISPR-Gen-Editing-Tools abnormale RNAs, welche Krebs bei Kindern verursachen, eliminieren kann. Derselbe Ansatz scheint auch bei SARS-CoV-2 und vor allem bei aggressiveren Corona-Varianten zu funktionieren, und bietet somit die Möglichkeit, auch zukünftig auftretende Mutationen zu stoppen.

Dabei setzten sie das Enzym Crispr/Cas13b ein, das bestimmte RNA-Sequenzen des Virus bindet und schaltet dann denjenigen Teil aus, den es braucht, um sich in der infizierten Zelle zu vermehren.

„Sobald das Virus erkannt wird, wird das Crispr-Enzym aktiviert und zerschneidet das Virus”, berichtete Prof. Sharon Lewin, Direktorin vom Doherty Institute. Eine Replikation von SARS-CoV-2 konnte dadurch zu über 98 Prozent verhindert werden. „Die Flexibilität von CRISPR-Cas13b – das nur die virale Sequenz benötigt – impliziert, dass wir schnell antivirale Mittel für COVID-19 und alle neu auftretenden Viren entwickeln können”, sagte Lewin.

Diese Methode erwies sich bereits bei der Virusvariante Alpha als wirksam, wurde bislang jedoch nur unter Laborbedingungen getestet. Das Forscherteam will sie nun auch an Tieren erproben. Erst danach wären klinische Studien möglich. Bis die Genschere bei der Behandlung von Menschen zum Einsatz kommen könnte, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

Fareh, M., Zhao, W., Hu, W. et al. Reprogrammed CRISPR-Cas13b suppresses SARS-CoV-2 replication and circumvents its mutational escape through mismatch tolerance. Published in Nature Communications on 13. Juli 2021. DOI: doi.org/10.1038/s41467-021-24577-9

 

Ultraschall-Frequenz zerstört Coronaviren

29. Juni 2021: Eine Studie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, hat gezeigt, dass Ultraschallwellen das Coronavirus schädigen oder sogar zerstören können. Mithilfe von Computersimulationen haben die Forscher die mechanische Reaktion des Virus auf Ultraschall-Vibrationen im Frequenzbereich medizinischer Bildgebung getestet. Innerhalb von Sekundenbruchteilen zerstörten die Vibrationen sowohl die Hülle als auch die charakteristischen Spike-Proteine des Coronavirus. Dabei wurde dieser Effekt in Simulationen des Virus sowohl in der Luft als auch im Wasser beobachtet.

Zurzeit liegen nur begrenzte Datenmengen bezüglich der physikalischen Eigenschaften des Virus vor, dennoch sind die Ergebnisse wohl ein erster Hinweis auf eine mögliche ultraschallbasierte Behandlung von Coronaviren, einschließlich des neuen SARS-CoV-2-Virus und dessen Varianten. Möglich wären nach den Vorstellungen des MIT die Entwicklung von Miniatur-Ultraschallwandler, die in Telefone und andere tragbare Geräte eingebaut werden und Menschen künftig vor dem Virus schützen könnten.

Wierzbicki, T. et al: „Effect of receptors on the resonant and transient harmonic vibrations of Coronavirus“ published in Journal of the Mechanics and Physics of Solids on May 2021: DOI: doi.org/10.1016/j.jmps.2021.104369

 

Corona-Therapie mit Budesonid: Hoffnung, aber noch kein Durchbruch

Eine Studie aus England macht jetzt Hoffnung, dass der Wirkstoff Budesonid, der Asthma- und COPD-Patienten Linderung verschafft dazu beitragen könnte, schweren Verläufen vorzubeugen. Eine Gruppe britischer und australischer Forscher hatte für ihre Untersuchung 146 im Schnitt 45 Jahre alte Patienten mit anfangs leichten Corona-Symptomen gewonnen. Die Hälfte erhielt zusätzlich zur sonstigen Behandlung täglich zweimal Budesonid, ein kortisonähnliches Medikament. Die andere Hälfte wurde wie sonst üblich behandelt. Ergebnis: Aus der Budenosid-Gruppe mussten zwei Patienten die Notaufnahme aufsuchen oder in der Klinik behandelt werden, in der Vergleichsgruppe traf dies 11 Patienten zu. Das entspricht einer Risikoreduktion von 88 Prozent. Die Budesonid-Patienten erholten sich auch etwas früher, benötigten seltener Fiebermittel und hatten einen Monat nach der Behandlung deutlich seltener noch Symptome. Fachleute kritisieren, dass an der Studie lediglich 73 Patienten je Gruppe teilgenommen hatten und die Patienten und Ärzte ihre Behandlung kannten. Es ist also noch zu früh, näheres über die Tauglichkeit von Budesonid zu sagen.  (Quelle: Apotheken Umschau)

 

Bandwurmmittel gegen SARS-CoV-2?

22. Juni 2021: Am Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) an der Universitätsmedizin Berlin und der Universität Bonn haben Forschende den Stoffwechsel von SARS-CoV-2 in infizierten Zellen und im Lungengewebe von COVID-19-Patienten genauer untersucht. Dabei stellten sie fest, wie das Virus die Zellen zu seinem Vorteil umprogrammiert und sich so einfacher vermehren kann.

Für ihre Vermehrung sind Viren von der Funktionsweise der befallenen Wirtszelle abhängig und nutzen deren molekulare Bausteine. Gleichzeitig muss es ihnen gelingen, den zellurären Überwachungssensoren des Immunsystems zu entgehen, um unentdeckt sich beliebig vervielfältigen zu können. Dafür manipulieren die Viren die Wirtszellen, in dem die sog. Autophagie, der zelleigene Recycling-Mechanismus, gedrosselt wird. Dieser Prozess der „Selbstverdauung“ dient grundsätzlich dazu, molekulare Bausteine für neue Zellstrukturen zu produzieren, indem beschädigtes Zellmaterial und Abfallprodukte abgebaut werden.

Im zweiten Schritt untersuchten die Forscher daher, ob Substanzen, die das Zell-Recycling ankurbeln, die Vermehrung von SARS-CoV-2 in Wirtszellen bremsen können. Sie identifizierten vier Wirkstoffe: die körpereigenen Stoffe Spermin und Spermidin, das experimentelle Krebsmedikament MK-2206 und das Bandwurmmittel Niclosamid. Dabei zeigte Niclosamid den größten antiviralen Effekt und senkte die Produktion infektiöser Partikel um mehr als 99 Prozent. Das zugelassene Mittel gilt übrigens als gut verträglich und scheint daher ein vielversprechender Ansatz zu sein. Jetzt soll in der Phase II-Studie geprüft werden, ob das Präparat auch bei Menschen gegen das Virus wirkt.

Gassen NC et al. „SARS-CoV-2-mediated dysregulation of metabolism and autophagy uncovers host-targeting antivirals“ published in Nature Communications on June 21, 2021. doi: 10.1038/s41467-021-24007-w

 

Antikörper-Nasenspray schützt im Mäuseversuch gegen COVID-19

7. Juni 2021: US-Wissenschaftler kombinierten Fragmente von IgG- und IgM-Antikörpern, die als schnelle Ersthelfer für eine breite Palette von Infektionen fungieren. Die entwickelten, per Nasenspray verabreichten IgMs hatten gegenüber mehr als 20 Varianten von SARS-CoV-2 eine viel stärkere „neutralisierende“ Wirkung als die IgGs allein.

Das Nasenspray wurde dabei Mäusen 6 Stunden vor der Infektion in 5 unterschiedlichen Dosierungen (3,5; 1,2; 0,4; 0,13 und 0,044 mg/kg) bzw. 6 Stunden nach der Infektion in 3 Dosierungen  (3,5; 1,2 und 0,4 mg/kg) verabreicht. Zwei Tage nach der Infektion wurde dann die Virusmenge in der Lunge der Nagetiere gemessen.

Ergebnis: Bei den Tests zur prophylaktischen Behandlung wurde die Viruslast in der Lunge in den Gruppen

  • 3,5mg/kg bei 90 Prozent der Mäuse auf ein nicht nachweisbares Maß reduziert.
  • 1,2 mg/kg bei 70 Prozent der Mäuse auf ein nicht nachweisbares Maß reduziert.
  • 0,4 mg/kg bei 90 Prozent der Mäuse auf ein nicht nachweisbares Maß reduziert.
  • 0,13 mg/kg bei 60 Prozent der Mäuse auf ein nicht nachweisbares Maß reduziert.

Bei den Tests der therapeutischen Leistungsfähigkeit des Sprays war die mediane Viruslast um das 13,6-fache (Dosen 3,5 mg/kg und 1,2 mg/kg) bzw. um das 56-fache (0,4 mg/kg) gegenüber der Vergleichsgruppe vermindert.

Fazit: Für die Forscher zeigten diese Daten, dass das Nasenspray selbst bei geringen Dosierungen zur prophylaktischen und zur therapeutischen Behandlung von COVID-19 geeignet sei.

Ku, Z., Xie, X., Hinton, P.R. et al. „Nasal delivery of an IgM offers broad protection from SARS-CoV-2 variants.“ Nature (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03673-2

 

Antivirale Nasentropfen können COVID-19-Schutz erhöhen

19. Mai 2021: Um Wege zu finden, das eigene Personal besser zu schützen, wurden bereits in einer frühen Phase der Pandemie (21. Januar 2020 bis 30. Juli 2020) Ärzte sowie Pflegepersonal des Taihe Hospital in der Provinz Hubei, China, Interferon-Alpha-Nasentropfen verabreicht. Dabei wurden die 2.944 Probanden in zwei Gruppen mit geringem (n=2.415) und hohem Infektionsrisiko (n=529) entsprechend ihrem Grad der direkten Exposition gegenüber COVID-19-Patienten eingeteilt.

Die Personen der Niedrigrisiko-Gruppe erhielten 4-mal täglich Nasentropfen (zwei bis drei Tropfen pro Nasenloch) mit antiviral wirksamen, körpereigenen Interferon-Alpha (IFN-α) zusätzlich zu OP-Masken und Handhygiene. Die Hochrisiko-Gruppe erhielt eine Kombination von IFN-α-Nasentropfen mit wöchentlich einer subkutanen Injektion von Thymosin-α1 (1,6 mg) zusätzlich zu Schutzkleidung mit Sicherheitsbrille oder Gesichtsschild, Atemschutzmaske und Handschuhen.

Alle Teilnehmer wurden 30 Tage beobachtet und nach Abschluss der Testphase mittels Computertomografie (CT) auf Anzeichen einer COVID-19-Pneumonie untersucht. Außerdem dokumentierten die Forscher mögliche Nebenwirkungen.

Für ausgewählte Mundwasser ist ja bereits erwiesen, dass sie temporär die Viruslast im Mund-Rachen-Raum wirksam reduzieren können. Deshalb bekommt man am Anfang einer zahnärztlichen Behandlung eine Chlorhexamed-Spülung für die Dauer von 30 Sekunden.

Die Untersuchung des Nasensprays ergab, dass im Beobachtungszeitraum in keiner Gruppe eine COVID-19-Pneumonie auftrat, alle Lungen-CT-Scans blieben negativ und sämtliche Probanden ohne klinische Symptome.

Schlussfolgerung: Zusammen mit den Standard-Schutzmaßnahmen können rhIFN-α Nasentropfen auch stark exponiertes medizinische Personal effektiv vor einer COVID-19-Lungenentzündung schützen. Es gab leider keine Kontrollgruppe, um einen direkten Wirksamkeitsnachweis zu erbringen. Die Autoren verweisen jedoch darauf, dass im Beobachtungszeitraum in derselben Region insgesamt 2.035 medizinische Angestellte an COVID-19 erkrankten, die keine zusätzlichen Nasentropfen erhielten.

Zhongji Meng et al. „The effect of recombinant human interferon alpha nasal drops to prevent COVID-19 pneumonia for medical staff in an epidemic area”. Curr Top Med Chem. 2021 Apr 28. doi: 10.2174/1568026621666210429083050.

 

Nasenspray mit Carragelose senkt Infektionsrisiko um 80 Prozent

28. April 2021: Der natürliche Wirkstoff Carragelose aus der Rotalge trägt zur Bildung eines Schutzfilms als physikalische Barriere der Nasenschleimhaut bei und verhindert so, dass Corona-Viren ihre Erbinformationen in Zellen einschleusen und sich dort replizieren können. Dieser Wirkmechanismus war übrigens auch schon vorher bei anderen Erkältungsviren erfolgreich.

Untersuchungen an unterschiedlichen humanen Zellsystemen im Labor des Universitätsklinikums Erlangen belegen die antivirale Wirkung des Carragelose-Sprays. Ergänzt werden die Erkenntnisse jetzt durch neue Studiendaten aus Argentinien.

Dort wurden 400 Krankenhausmitarbeiter, die regelmäßigen direkten Kontakt zu infizierten Patienten hatten, in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe wurde um die Anwendung des Nasensprays 4-mal pro Tag gebeten, die andere erhielt ein Placebo. Der Test dauerte drei Wochen. Der Einsatz des Sprays erwies sich als effektiv und konnte das Infektionsrisiko bei der regelmäßigen Verwendung um ca. 80 Prozent reduzieren. Für Prof. Dr. Ulrich Schubert, Forscher am Virologischen Institut des UK Erlangen könnte das Spray als präventive Maßnahme eingesetzt werden.

Seit Dezember 2020 empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene bereits den Mitarbeitern auf COVID-Stationen die Anwendung von Carragelose-Nasensprays. „Aber auch die Allgemeinbevölkerung kann damit ihre persönlichen Schutzmaßnahmen zur Vorbeugung erweitern“, betont Schubert.

Das gelte auch für Virusmutanten: „Carragelose ist ein Polymer, das das Virus durch eine elektrostatische Wechselwirkung umhüllt und es dabei neutralisiert. Deshalb sollte es für die Wirksamkeit auch keinen Unterschied machen, welche Virusvariante vorliegt“, so der Virologe.

Figueroa, Juan M. et al: „Efficacy of a nasal spray containing Iota-Carrageenan in the prophylaxis of COVID-19 in hospital personnel dedicated to patients care with COVID-19 disease A pragmatic multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled trial (CARR-COV-02)“ published in medRxiv on April 15, 2021. doi: https://doi.org/10.1101/2021.04.13.21255409


Anmerkung:
Das Nasenspray algovir bekommt man im Online-Handel für weniger als € 10,00. Hersteller ist dann auch noch ein Pharmaunternehmen, dass sich seit seiner Gründung 1907 der Entwicklung pflanzlicher Heilmittel zur Selbstmedikation verschrieben hat. Hermes ist ein solides mittelständisches Traditionsunternehmen jenseits des hektischen Lobbyisten-Treibens in Berlin und anderen Hauptstädten. Vielleicht findet man deshalb so wenige Hinweise auf diese Schutzmöglichkeit in der deutschen Presse. Man könnte den Verdacht bekommen, dass es Politikern und Medien weniger um den Schutz der Bevölkerung, sondern vielmehr um die Darstellung der Impfung als einzige Schutzmöglichkeit geht.

 

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Vitamin-C-Mangel erleichtert dem SARS-CoV2-Virus das Eindringen in die Zelle und fördert die Bildung von Mikrothromben. Ein Therapie-Baustein könnten dabei Vitamin-C-Infusionen sein. Ergebnisse einer Pilot-Studie aus China sind bereits veröffentlicht. (Quelle: ÄrzteZeitung)

 

Was alles offiziell nicht funktionieren soll

Wenn Impfstoffe unter das Volk gebrachten werden sollen, darf es in der öffentlichen Diskussion und Berichterstattung zwei Dinge nicht geben: Der Eindruck, dass das Virus nicht so gefährlich ist und dass es bereits Behandlungsmethoden gibt. Für die zwei im Folgenden beschriebenen Behandlungsmittel gibt es daher zwei unterschiedliche Ergebnisse. In den einen Artikeln, wird das jeweilige Mittel als erfolglos beschrieben, in anderen Artikeln findet man Berichte über deren erfolgreiche Einsätze. Die Quellen sind jeweils als seriös einzustufen. Bei den Berichten über die geringe bis nicht vorhandene Wirksamkeit eines bestehenden Medikaments wurde aber jeweils das Medikament alleine beurteilt. Bei den Erfolgsgeschichten ist das jeweilige Medikament Teil einer Wirkstoff-Kombination mehrerer Medikament. Ein solcher Mix ist nicht neu und wird zur Behandlung vieler Viren eingesetzt, insbesondere beim HI-Virus. Weil offensichtlich auch Fachleuten eine Beurteilung schwer fällt, bleibt es hier bei der Präsentation der Meldungen ohne Wertung, welche Seite hier Recht hat. Allerdings gilt für gewöhnlich in der Medizin der Grundsatz: Wer heilt, hat Recht.

Hydroxychloroquin- und Chloroquin-Therapie bei COVID-Erkrankten

Das Universitätsspital Basel hat eine Auswertung von 28 internationalen Studien mit nahezu 100 Koautoren zur Behandlung von COVID-19 Patientinnen und Patienten mit Hydroxychloroquin und Chloroquin initiiert. Die umfassende Analyse hat ergeben, dass Hydroxychloroquin bei COVID-19 mit erhöhter Sterblichkeit assoziiert ist und dass die Behandlung von Chloroquin keine Vorteile mit sich bringt.

Hydroxychloroquin ist ein häufig benützter Wirkstoff in Medikamenten, die vor allem gegen Rheuma aber auch Malaria eingesetzt werden. Chloroquin wird seit vielen Jahrzehnten besonders gegen Malaria und auch Rheuma verwendet. Beide Substanzen sind einander chemisch sehr ähnlich, weshalb sie für die Behandlung derselben Erkrankungen verwendet werden.

Zu Beginn der Corona Pandemie galten beide Wirksubstanzen als Hoffnungsträger, besonders Hydroxychloroquin, zur Therapie von COVID-19. Eine im Sommer 2020 vom Universitätsspital Basel und der Universität Basel publizierte Studie zeigte die Wirkungslosigkeit von Hydroxychloroquin bei Behandlungen von COVID-Patientinnen und Patienten. Die Konzentrationen beider Medikamente in der Lunge reichten nämlich nicht aus, um das Virus zu kontrollieren. Mehrere andere Forscherinnen und Forscher kamen zum selben Ergebnis und warnten in späteren Studien sogar vor schweren Nebenwirkungen. (Quelle: Universitätsspital Basel)

Siehe dazu auch:
bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/…
kardiologie.org/covid-19/…
https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2020.08564

Für den texanischen Kardiologen, Internisten und Virenspezialisten Prof. Dr. Peter McCullough hilft Hydroxychloroquin allein wenig, sondern wirkt am Besten in Kombination mit anderen Mitteln. An der Henry Ford Klinik zeigte Dr. Marcus Zervos in einer Studie mit 2.541 Patienten dass eine Kombination mit Azithromycin am besten funktionierte. Nun darf man keine Wunderdinge erwarten, denn wer erst einmal auf einer Intensivstation landet und u.U. künstlich beatmet werden muss, hat nur sehr geringer Überlebenschancen. Ohne Medikation verstarben 26,4 Prozent der Patienten, mit Hydroxychloroquin allein 22,4 Prozent und nach einer Kombination mit Azithromycin nur noch 20,1 Prozent. (Quelle: henryford.com)

Eine Übersicht verfügbarer Studien zum Einsatz von Hydroxychloroquin findet man hier: c19hcq.com/

Ivermectin als günstiges Arzneimittel

Eigentlich ist das Medikament Ivermectin ein günstiges Arzneimittel, das weltweit schon seit Jahrzehnten erfolgreich gegen einen Befall mit Würmern und anderen Parasiten eingesetzt wird. Seit gut einem Jahr wird es auch als Wundermittel zur Vorbeugung und Therapie von Covid-19 gehandelt, denn bereits Anfang 2020 hatten Wissenschaftler der Uni Melbourne aufgezeigt, dass das Ivermectin in Zellkulturen die Last an Coronaviren um den Faktor 5.000 senken kann. Seitdem wird es vor allem in den Ländern Asiens und Lateinamerikas vielfach beim Menschen eingesetzt. Doch auch in Österreich berichtet der Hersteller Infectopharm von höheren Absatzzahlen, nachdem dessen Einsatz in der benachbarten Slowakei empfohlen wurde.

Forscher der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) haben daher in Kooperation mit anderen deutschen Unikliniken im Rahmen des „Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19“ in einem systematischen Review untersucht, ob Ivermectin tatsächlich gegen Covid-19 hilft. Unterstützt wurden sie dabei von der Cochrane Infectious Disease Group – einem Netzwerk, das medizinisches Wissen regelmäßig auf den Prüfstand stellt.

Ergebnis: Der jetzt veröffentlichte Cochrane Review fand keine Anzeichen dafür, dass Ivermectin den Zustand von Covid-Patienten verbessert oder die Zahl der Todesfälle reduziert – verglichen mit einer Standardbehandlung oder einem Scheinmedikament (Placebo). Auch eine SARS-CoV-2-Infektion verhindern kann das Medikament nach den aktuell vorliegen Erkenntnissen nicht. Allerdings ist die Beweislage aktuell sehr dürftig und erlaubt keine endgültigen Aussagen.

In Mexiko-City wurde allerdings Ivermectin erfolgreich eingesetzt und hat tausenden Mensch das Leben gerettet. Nähere Informationen erhält man dazu in der Servus-TV-Dokumentation „Corona Teil 2 – Weiter auf de Suche nach der Wahrheit„.

Bereits im November 2020 berichtete der Deutschlandfunk von einer Ivermectin-Hysterie in Südamerika. Bei überlasteten Krankenhäusern und einer dramatischen Steigerung der Infektionszahlen behalfen sich viele Menschen mit der Selbstmedikation von Ivermectin, das günstig ohne Rezept erhältlich war. Das macht es jetzt aber schwierig, in Ländern wie Peru eine Studie zur Wirksamkeit von Ivermectin anzustoßen, weil es zu wenige Menschen gibt, die es noch nicht eingenommen haben. Diese bräuchte man aber für eine Placebo-Vergleichsgruppe. (Quelle: Deutschlandfunk)

Die österreichische Medizinplattform Medimix.at kommt  zu dem Schluss, dass der Wirkstoff Ivermectin weltweit gute Wirkung gegen COVID-19 zeigt und daher dabei helfen könnte, die Corona-Pandemie rund um den Globus zu beenden.

Bei heise.de wurde offensichtlich ein Beitrag hinein geschmuggelt, der zu einer Übersichtsseite mit allen verfügbaren Studien zu Ivermectin verweist. Nach der Mehrzahl diese Studien hilft Ivermectin tatsächlich, sogar als Prophylaxe. Der Beitrag wurde von heise.de sehr schnell gesperrt, auf eine Stellungnahme des Verlages wird noch gewartet.

 

Update

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat dem Corona-Medikament Molnupiravir des US-Pharmariesen MSD (Merck Sharp & Dohme) eine Notfallzulassung erteilt. Die Tabletten könnten zur Behandlung nicht beatmungspflichtiger COVID-19-Patienten eingesetzt werden, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht schwer zu erkranken.

Bereits Anfang November 2021 wurde Molnupiravir in Großbritannien als erstem Land weltweit zugelassen. Das Mittel verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von COVID-19 ab. Einer klinischen Studie des Herstellers MSD zufolge halbiert Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung und eines tödlichen Krankheitsverlaufs.

Außerdem startete im November bei der EMA die Notfall-Zulassungsprüfung des ebenfalls tablettenförmigen Corona-Medikaments Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer. Laut dem Hersteller senkt das Mittel bei Risikopatienten nach einer Coronavirus-Infektion die Wahrscheinlichkeit einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um 89 Prozent.

Eine Reihe von Pharmakonzernen arbeitet derzeit an antiviralen Medikamenten gegen COVID-19. Die tablettenförmigen Mittel Molnupiravir und Paxlovid haben den Vorteil, dass sie einfach zu Hause eingenommen werden können. Andere Mittel wie das bereits in der EU zugelassene antivirale Medikament Remdesivir müssen dagegen intravenös verabreicht werden.  (Quelle: Ärzteblatt vom 19.11.2021)