November 29, 2022

Testen bis der Arzt kommt. Die ewige PCR-Täuschung.

Ein PCR-Test (PCR: polymerase chain reaction, deutsch: Polymerase-Kettenreaktion) erkennt, ob in einer Probe bestimmte Teilbereiche aus dem Erbgut des Sars-CoV-2-Virus vorhanden sind oder nicht. Die meisten der aktuell angewendeten Tests weisen zwei verschiedene Abschnitte des Virus-Genoms nach, einige aber auch drei. Art und Anzahl der Abschnitte bestimmt jedes Labor individuell auf der Basis eigener Erfahrungen.

Noch am 07. Mai 2020 hieß es in der Pharmazeutischen Zeitung: „Seit Wochen wird vor der Unzuverlässigkeit von Antikörpertests zur Bestimmung einer möglichen Serokonversion nach überstandener Covid-19-Erkrankung gewarnt. Damit fehlte ein wichtiger Baustein in der Covid-19-Diagnostik.“ (Quelle)

PCR-Tests: Ergebnisse allein ungeeignet als Grundlage für Pandemie-Maßnahmen

Die Universität Duisburg Essen hat Mitte Juni 2021 eine ebenso interessante Stellungnahme abgegeben: „Gemäß ihrer Untersuchung beweisen positive Testergebnisse nicht hinreichend, dass mit SARS-CoV-2 Infizierte andere Personen mit dem Coronavirus anstecken können. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Münster und dem MVZ Labor Münster hatten sie zuvor rund 190.000 Ergebnisse von mehr als 160.000 Menschen dahingehend ausgewertet.“ (Quelle: Uni Duisburg-Essen)

Für Prof. Dr. Andreas Stang, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) des Universitätsklinikums Essen ist es daher klar, dass die täglich ermittelte Zahl von SARS-CoV-2 positiv Getesteten nicht als Grundlage für Pandemiebekämpfungsmaßnahmen, wie Quarantäne, Isolation oder Lockdown, benutzt werden sollten. Seit eineinhalb Jahren wird aber nichts anderes unternommen.

Aber es kommt noch schlimmer. Schon die millionenfach durchgeführten Schnelltests sind nicht sehr zuverlässig. Von den positiven Schnelltests können nur 10 Prozent durch den anschließend notwendigen PCR-Test bestätigt werden (siehe dazu Das Millionengrab Corona-Tests). Wenn man dann dazu berücksichtigt, dass auch sehr viele PCR-Tests positiv ausfallen, obwohl keine Ansteckungsgefahr von der getesteten Person ausgeht, muss man sich fragen, ob die Hysterie auch bei den aktuell höheren Inzidenzzahlen gerechtfertigt ist.

Die Abschaffung der kostenfreien Schnelltests hat sich jedenfalls kaum auf die Zahl der durchgeführten PCR-Tests ausgewirkt. Kein Wunder, wenn nur ca. 0,15 Prozent dieser 15-Minuten-Tests positiv ausfallen. Der Anteil an der Gesamtheit der PCR-Tests wird bei unter 5 Prozent liegen (siehe dazu Das Millionengrab Corona-Tests).  Leider konnte das RKI auf unsere Anfrage wo bei wem und warum ein PCR-Test durchgeführt wurde, nicht beantworten. „… hier können wir nicht weiterhelfen, die gewünschten Daten liegen uns nicht vor.“ (Mail der Pressestelle vom 19.10.2021)

Aktuell werden wieder mehr als 1 Millionen PCR-Tests pro Woche durchgeführt. Die Schulen können dafür nicht verantwortlich sein. Dort kommen überwiegend Schnelltests zum Einsatz. An einigen Schulen gibt es sog. Pool-PCR-Tests. Dabei werden die Abstriche einer gesamten Schulklasse (in der Regel 25 Stück) in einem „Pool“ gesteckt und ein PCR-Test über alle durchgeführt. Dieses Verfahren spart Zeit und Geld. Sollte ein Pool ein positives Ergebnis zur Folge haben, müssten dann alle Kinder in diesem Pool noch einmal einzeln getestet werden, um den oder die Infizierten zu ermitteln.

Weil Kinder und Jugendliche fast eineinhalb Jahre ihres Lebens beraubt wurden, ist es nicht verwunderlich, dass jetzt die wieder gewonnene Möglichkeit Freunde zu treffen, intensiv genutzt wird. Eine Infektion wird hier nur sehr schwer zu unterbinden sein. Testen und Maske tragen in der Schule ist ja im Prinzip keine ganz schlechte Idee, aber wenn außerhalb der Schule weniger Vorsicht an den Tag gelegt wird, darf man sich nicht Wundern, wenn in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei annähernd 600 liegt.

Wenn gleichzeitig immer nur ein Promillewert der Bevölkerung infiziert und ansteckend sind, kann man durch tägliches Testen auch nie mehr positive Testergebnisse erhalten. Testen ist daher flächendeckend ein teurer Spaß. Sinnvoller wäre es, nur dort zu testen, wo auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht. Einzelhandel und Restaurants sind nicht die Orte, wo ein Test einen Nutzen spendet.  Das Ansteckungsrisiko ist aufgrund der Atemmasken und Abstandsregeln kaum gegeben. Anders ist es bei Veranstaltung, die zu einem geringeren Abstand zwingen oder z.B. eine längeres Verweilen in einem geschlossenen Raum erfordern., wie z.B. ein Kinobesuch.

Und natürlich müsste man in Pflege- und Krankeneinrichtungen permanent Angestellte und Besucher testen. Das wurde aber bisher nicht praktiziert, zumindest nicht bei den Angestellten. Ein positiver Test hätte die wichtige Arbeitskraft sofort in die Quarantäne geschickt und einige Kollegen womöglich noch dazu. In einem Bereich, der ohnehin chronisch unterbesetzt ist, wäre das für einige Häuser gleichbedeutend mit der Schließung gewesen. Die jetzt geforderte Impfpflicht für Pflegepersonal kommt daher nicht gut an. Wer miterleben durfte, wie oft es zu Impfnebenwirkung oder gar Todesfällen kommen kann, wird nicht unbedingt der größte Freund einer mRNA-Spritze sein. Die geforderte Impfpflicht wird daher zu einigen Kündigungen führen, was die personelle Situation bei den Pflegeeinrichtungen weiter verschärft. Hier sind dann regelmäßige Tests noch die bessere Alternative.

Höhere Infektionsrate

Zu einer eher sachlichen Empfehlung kommt es durch den 1. Vorsitzender der Akkreditierten Labore in der Medizin in Deutschland. Dabei verzeichnet man gerade eine erhebliche Steigerung der Positivquote. In der KW44 stieg der Anteil positiver PCR-Tests auf 16,2 Prozent, nachdem er in der Vorwoche noch bei 12,4 Prozent lag. Zum Vergleich: In der KW 44 im Jahre 2020 lag der Anteil bei nur 7,1 Prozent (Quelle: statista)

„In Anbetracht der sich weiter zuspitzenden Situation ist es zwingend erforderlich, die nationale Teststrategie konsequent umzusetzen. Dazu ist vor allem auch ein präventives Testen zum Schutz der so genannten vulnerablen Gruppen nötig. Ein gezieltes Testen kann dabei eine Unterstützung der allgemeinen Maßnahmen sein“, so Dr. Michael Müller.

„Auch auf die Gefahr hin, dass es keiner mehr hören möchte, bleiben wir dabei!“ so der Appell des Vorsitzenden des fachärztlichen Berufsverbandes. „Der beste Weg, gut durch die Pandemie zu kommen, ist die Beachtung der Hygieneregeln. Neben dem wichtigsten Beitrag, der Kontaktreduktion auf notwendige Treffen und wichtige Personen bedeutet das die konsequente Einhaltung der AHA + L-Regel (‚Abstand halten‘, ‚Hygieneempfehlungen beachten‘ und ‚Maske tragen‘ sowie ‚Lüften‘). Dies gilt im Übrigen auch für geimpfte Personen, denn die Impfung ist kein ‚Freifahrtschein‘. Wenn wir auch weiterhin gut auf uns aufpassen, schützen wir damit auch andere, vor allem aber diejenigen, die uns besonders am Herzen liegen“, so Dr. Müller weiter. (Quelle: ALM eV)

Einen Appell zu einer Steigerung der Impfquote hört man nicht.

Clevere Teststrategie von Nöten

Da wir dauerhaft mit dem Corona-Virus werden leben müssen, weil die Impfung nicht den gewünschten Erfolg zu bringen scheint,  braucht es nicht nur eine andere Impfstrategie, sondern auch eine clevere Teststrategie, wenn man Deutschland nicht in einen katastrophalen Bankrott testen will. Endlos wird man nicht Geld drucken und damit Schulden machen können.

Vor allem sollten die Testzahlen bereinigt werden. Es ist für die Bestimmung des Ausmaßes der Pandemie und der Erkennung erforderlicher Maßnahmen nicht hilfreich, falsche Positivtests und asymptomatische Infektionen ohne Ansteckungsrisiko mit zu zählen.

Außerdem war im Spätsommer davon die Rede, bei der Bestimmung möglicher Corona-Maßnahmen nicht mehr allein auf die 7-Tage-Inzudenz zuschauen, sondern die Hospitalisierungsquote als wichtigstes Kriterium von vielen zu schauen. Davon ist aber seit einigen Wochen nichts mehr zu spüren. Die Inzidenzen gehen wie erwartet in die Höhe und alle Politiker, Pseudo-Fachleute und Medienvertreter werden trotzdem panisch. Das ist peinlich. Die Hospitalisierungsquote ist gerade zurückgegangen, während sich in der gleichen Zeit die Meldungen überfüllter Intensivstationen überschlugen. In der letzten zwei Wochen ist aber der Anteil der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen von 9 auf 13 Prozent gestiegen. 4 Prozent Steigerung sorgen für eine Überlastung. Das ist in vielen Krankenhäusern gerade einmal ein Bett.